Praxis für Psychotherapie · Zwischen Norden, Aurich & Wittmund

ADHS bei Erwachsenen

Wenn Reizüberflutung, Aufschieben und ständige Erschöpfung Ihren Alltag bestimmen, hilft kein Zusammenreißen. Ich begleite Erwachsene mit ADHS dabei, den eigenen Rhythmus zu finden, statt weiter gegen sich selbst zu arbeiten. Vor Ort in Berumbur oder online.

Das Thema

Warum Ihr Alltag so anstrengend ist

Vielleicht haben Sie sich das schon hundertmal gefragt. Warum schaffen andere Dinge scheinbar nebenbei, für die Sie Ihre ganze Kraft brauchen? Warum vergessen Sie Termine, obwohl Sie sie sich dreimal notiert haben? Warum sind Sie abends völlig leer, obwohl Sie nichts Besonderes geleistet haben?

Die meisten Menschen, die damit zu mir kommen, haben eine Antwort parat. Sie strengen sich nicht genug an. Sie sind zu chaotisch. Sie müssten sich einfach besser organisieren.

Das stimmt nicht.

ADHS bei Erwachsenen zeigt sich selten durch sichtbare Hyperaktivität. Im Vordergrund stehen innere Unruhe, Reizüberflutung, Schwierigkeiten mit Zeitgefühl und Selbstorganisation sowie eine schnelle Überforderung im Alltag. Die dauerhafte Anstrengung, trotzdem zu funktionieren, führt bei vielen Betroffenen zu Erschöpfung und tiefen Selbstzweifeln.

Bei ADHS verarbeitet Ihr Gehirn Reize anders. Was bei anderen automatisch im Hintergrund läuft, müssen Sie bewusst steuern. Jeden Tag. Bei jeder Kleinigkeit.

Das kostet Energie, die anderen zur Verfügung steht und Ihnen eben nicht. Und das Anstrengendste daran ist nicht die Konzentration. Es ist der Aufwand, so zu wirken, als wäre alles ganz normal.

ADHS verwächst sich nicht. Zwar erfüllen nur 5 bis 15 Prozent der betroffenen Kinder im Erwachsenenalter noch alle diagnostischen Kriterien, einzelne Symptome und spürbare Beeinträchtigungen bestehen aber bei rund 70 Prozent fort. Je nach Studie sind zwischen 2,5 und 4,7 Prozent der Erwachsenen betroffen.

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Sie haben nicht zu wenig Disziplin.
Sie haben zu lange gegen sich selbst gearbeitet.

Kennen Sie das?

Was jetzt kommt, ist keine Symptomliste aus einem Lehrbuch. Es sind die Sätze, die ich in meiner Praxis immer wieder höre. Wenn Sie sich in mehreren davon wiederfinden, lohnt sich ein Gespräch.

Innerlich ständig in Bewegung

Von außen sitzen Sie ruhig da. Innen läuft etwas, das nicht aufhört. Als würden fünf Radiosender gleichzeitig spielen und keiner ließe sich abschalten.

Alles auf einmal, nichts zu Ende

Fünf Projekte offen, keins abgeschlossen. Nicht weil es Ihnen egal wäre. Sondern weil Ihr Kopf schon beim nächsten ist, bevor das erste fertig ist.

Zeit funktioniert bei Ihnen anders

Entweder sind Sie ständig zu spät, oder Sie versinken so tief in einer Sache, dass plötzlich vier Stunden weg sind. Dazwischen gibt es wenig.

Kritik trifft härter, als sie gemeint war

Eine beiläufige Bemerkung beschäftigt Sie noch tagelang. Sie wissen, dass die Reaktion zu groß ist. Sie können sie trotzdem nicht kleiner machen.

Sie sind müde vom Sich-Zusammenreißen

Nach außen funktionieren Sie. Was das kostet, sieht niemand. Und abends ist nichts mehr übrig für die Menschen, die Ihnen wichtig sind.

Insgeheim halten Sie sich für faul

Sie haben oft genug gehört, Sie müssten sich nur mehr anstrengen. Irgendwann glaubt man das. Und schämt sich für Dinge, für die man nichts kann.

Warum Aufschieben nichts mit Faulheit zu tun hat

Es gibt diesen einen Moment, den fast alle kennen: Sie sitzen vor einer Aufgabe, die wichtig ist. Sie wissen genau, was zu tun wäre. Sie haben sogar Zeit. Und trotzdem passiert nichts. Dann kommt der Gedanke, den Sie sich seit Jahren selbst machen: Reiß dich zusammen. Das Problem daran ist, dass es nicht funktioniert. Und dass es auch nicht funktionieren kann.

Prokrastination bei ADHS ist kein Willensproblem, sondern ein Startproblem. Das ADHS-Gehirn wird weniger durch die Wichtigkeit einer Aufgabe aktiviert als durch Interesse, Dringlichkeit, Neuheit oder Herausforderung. Fehlen diese Reize, entsteht keine Handlungsbereitschaft, selbst wenn die Einsicht vollständig vorhanden ist.

Das erklärt einiges, was von außen widersprüchlich aussieht.

Die Steuererklärung bleibt monatelang liegen, obwohl sie wichtig ist und Sie es wissen. Sie ist eben nicht dringend, nicht neu und nicht interessant. Am Abend vor der Frist geht sie dann plötzlich in zwei Stunden, weil endlich ein Reiz da ist: Druck.

Und derselbe Mensch, der eine Mail seit drei Wochen nicht beantwortet, kann vierzehn Stunden am Stück an etwas arbeiten, das ihn wirklich packt, ohne zu essen und ohne auf die Uhr zu sehen.
Das ist kein Widerspruch. Es ist dasselbe System.

Reizüberflutung: Wenn der Filter fehlt

Ein normaler Samstagvormittag im Supermarkt. Licht, Musik, Ansagen, Menschen, die im Weg stehen, dazu die Liste im Kopf. Für die meisten ist das Hintergrundrauschen. Für Sie ist es keines.

Bei ADHS arbeitet der Filter anders, der Wichtiges von Unwichtigem trennt. Statt dass Nebengeräusche automatisch in den Hintergrund rücken, kommt alles gleichzeitig und gleich laut an. Ihr Gehirn muss bewusst aussortieren, was bei anderen von selbst passiert.

Das ist der Grund, warum Sie nach einem Familienfest oder einem Tag im Großraumbüro erschöpft sind, obwohl Sie objektiv nichts geleistet haben. Sie haben sortiert. Den ganzen Tag.

Und es ist auch der Grund, warum Sie danach Zeit für sich brauchen, bevor Sie wieder ansprechbar sind. Das

Warum ADHS bei Frauen oft erst spät erkannt wird

Eine Zahl beschreibt das Problem ziemlich genau: In der Kindheit wird ADHS deutlich häufiger bei Jungen diagnostiziert. Im Erwachsenenalter ist die Verteilung zwischen Männern und Frauen nahezu ausgeglichen.

Das heißt nicht, dass Frauen es später bekommen. Es heißt, dass sie vorher übersehen wurden.
Der Grund liegt im Erscheinungsbild. Das typische Bild von ADHS ist ein Junge, der nicht stillsitzen kann und im Unterricht stört. Mädchen mit ADHS stören oft nicht. Sie träumen, sie sind verpeilt, sie strengen sich enorm an und gleichen aus. Von außen wirkt das nicht nach einer Störung, sondern nach einem etwas zerstreuten Kind, das sich bemüht.

Dieses Ausgleichen kostet Kraft, und irgendwann reicht es nicht mehr. Oft fällt das mit einem Punkt zusammen, an dem die Anforderungen steigen: Studium, erste Vollzeitstelle, Kinder, Pflege der eigenen Eltern. Dann bricht das Kompensieren zusammen, und Frauen landen häufig zuerst bei anderen Diagnosen, bei Erschöpfung, Angst oder Depression.

Wenn die Diagnose dann mit vierzig oder fünfzig kommt, ist die erste Reaktion selten Erleichterung. Meistens kommt zuerst Wut über die verlorenen Jahre. Beides darf sein, und beides hat in der Begleitung seinen Platz.

So arbeite ich

Was ich für Sie tun kann

Ich stelle keine Diagnose und verschreibe keine Medikamente. Das machen Fachärztinnen und Fachärzte. Was ich Ihnen anbiete, ist etwas anderes: einen Ort, an dem Sie verstehen, wie Sie funktionieren, und Wege finden, die wirklich zu Ihnen passen. Eine Sitzung dauert zwischen 60 und 90 Minuten.

1

Verstehen

Wir schauen, wie sich ADHS bei Ihnen konkret zeigt. Nicht allgemein, sondern in Ihrem Alltag, Ihrem Beruf, Ihren Beziehungen. Was klappt gut, was kostet unverhältnismäßig viel Kraft?

2

Entlasten

Vieles, was Sie sich seit Jahren vorwerfen, hat einen nachvollziehbaren Grund. Allein diese Erkenntnis nimmt oft einen großen Teil des Drucks weg, bevor sich überhaupt etwas im Alltag ändert.

3

Strategien entwickeln

Keine Standardtipps aus dem Ratgeber. Wir suchen Wege, die zu Ihrem Gehirn passen: andere Startbedingungen, Struktur, die nicht einengt, und Erinnerungssysteme, die auch dann funktionieren, wenn Sie gerade nicht daran denken.

4

Am Selbstwert arbeiten

An den Zweifeln, die sich über Jahrzehnte aufgebaut haben, und an den alten Sätzen aus Schule und Familie. Dafür nutze ich EMDR, Hypnosetherapie oder EFT, je nachdem, was passt.

ADHS-Begleitung in meiner Praxis

Ich bin Heilpraktikerin für Psychotherapie in Berumbur, Ostfriesland, und begleitet Erwachsene mit ADHS vor Ort und online. Die Diagnose selbst stellen Fachärztinnen und Fachärzte.

Zu mir kommen Menschen mit Diagnose. Und Menschen, die sich wiedererkennen, aber nicht wissen, ob es das ist. Beides ist in Ordnung. Sie müssen nichts beweisen, bevor Sie zu mir kommen.
Was ich nicht mache: Ihnen erklären, wie Sie zu funktionieren hätten. Was ich mache: mit Ihnen herausfinden, wie Sie tatsächlich funktionieren. Und wie Sie damit leben können, ohne dass sich jeder Tag nach Kampf anfühlt.

Meine Praxis liegt in Berumbur und ist gut erreichbar aus Norden, Aurich, Wittmund und dem gesamten Landkreis Wittmund. Online arbeite ich deutschlandweit. Gerade bei ADHS schätzen das viele, weil der Weg zur Praxis und das Daran-Denken wegfallen.

Ihr erstes Gespräch ist kostenlos.

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Viele meiner Klientinnen wussten lange, was sie belastet. Sie wussten nur nicht, wie sie loskommen. Das ist der Punkt, an dem ich anfange.

Häufige Fragen zu ADHS bei Erwachsenen

Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die mir am häufigsten gestellt werden. Etwas fehlt? Schreiben Sie mir einfach.

Brauche ich eine ADHS Diagnose, um zu Ihnen zu kommen?

Nein. Viele kommen zu mir, bevor sie eine Diagnose haben, oder ohne je eine anzustreben. Wenn Sie sich in den Beschreibungen wiederfinden und darunter leiden, reicht das als Grund für ein Gespräch.

Nein. Eine ADHS-Diagnose stellen ausschließlich Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie oder entsprechend qualifizierte Psychologinnen und Psychologen. Wenn Sie eine Diagnostik möchten, unterstütze ich Sie gern dabei, den richtigen Weg zu finden.

Anders als bei Kindern steht selten sichtbare Hyperaktivität im Vordergrund. Typisch sind innere Unruhe, Reizüberflutung, Schwierigkeiten mit Zeitgefühl und Selbstorganisation, emotionale Impulsivität und schnelle Überforderung im Alltag. Viele entwickeln über Jahre Strategien, um das zu überdecken. Das kostet zusätzlich Kraft.

Nur zum Teil. Alle diagnostischen Kriterien erfüllen im Erwachsenenalter nur noch 5 bis 15 Prozent der betroffenen Kinder. Einzelne Symptome und spürbare Beeinträchtigungen bleiben aber bei etwa 70 Prozent bestehen. Für viele bedeutet das: Es wird anders, aber es geht nicht weg.

Weil das ADHS-Gehirn nicht durch Wichtigkeit aktiviert wird, sondern durch Interesse, Dringlichkeit, Neuheit und Herausforderung. Deshalb bleibt die Steuererklärung liegen, während Sie bei einem Thema, das Sie packt, die Zeit vergessen. Das ist kein Widerspruch, sondern dasselbe Prinzip.

Einiges. Es geht darum, die eigenen Muster zu verstehen, den Alltag anders zu strukturieren und den Selbstwert zu stärken, der über Jahre gelitten hat. Viele erleben schon durch das Verstehen eine deutliche Entlastung. Ob zusätzlich Medikamente sinnvoll sind, entscheiden Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Ja, absolut. Viele bekommen die Diagnose erst mit dreißig, vierzig oder fünfzig. Für die meisten ist das kein Endpunkt, sondern ein Wendepunkt. Plötzlich ergibt vieles Sinn, was jahrelang unverständlich war. Genau da setzt meine Arbeit an, oft auch bei der Wut über die Jahre davor.

Das ist sehr individuell. Für einzelne Themen reichen oft vier bis sechs Sitzungen. Wenn es um tiefere Selbstwertthemen oder alte Verletzungen geht, kann es länger dauern. Das besprechen wir gemeinsam nach der ersten Sitzung.

Ja. Gerade bei ADHS schätzen viele die Online-Variante, weil der Weg zur Praxis wegfällt und Sie in Ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Alles, was Sie brauchen, ist ein ruhiger Raum und eine stabile Verbindung.

Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Heilpraktiker. Die genauen Kosten besprechen wir im kostenlosen Erstgespräch. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Viele private Zusatzversicherungen erstatten Heilpraktikerleistungen anteilig oder vollständig.

Kontakt

Lassen Sie uns ins
Gespräch kommen

Ich arbeite bevorzugt online. Das hat Gründe, die vor allem für Sie sprechen: keine Anreise, keine Wartezeit, und Sie sitzen währenddessen in einem Raum, in dem Sie sich ohnehin sicher fühlen.

Gerade bei Themen, über die man nicht leicht spricht, ist das oft der leichtere Einstieg. Viele Menschen erzählen zu Hause Dinge, die sie in einem fremden Raum erst nach Wochen ansprechen würden.

Meine Praxis befindet sich in Ostfriesland, in Berumbur zwischen Norden, Aurich und Wittmund.

Praxis Standort Berumbur, Ostfriesland, Niedersachsen
E-Mail info@kirsten-stindt.de
Antwortzeit Innerhalb von 24–48 Stunden
Die Hinweise zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen.

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