Unterstützung für Einsatzkräfte nach belastenden Einsätzen
Sie haben hunderte Einsätze hinter sich. Einer ist geblieben. Vielleicht ist es ein Bild, das immer wiederkommt. Vielleicht ein Geruch, ein Datum, eine Straße, die Sie seitdem meiden. Ich arbeite mit Einsatzkräften, die sich Unterstützung außerhalb der dienstlichen Strukturen suchen. Auf eigene Initiative, auf eigene Rechnung, ohne Beteiligung des Dienstherrn.
Sie sind belastbar. Das war nie die Frage.
Menschen, die in den Einsatzdienst gehen, sind in aller Regel stabil. Sie haben eine Auswahl durchlaufen, eine Ausbildung, und sie haben über Jahre bewiesen, dass sie funktionieren, wenn andere es nicht können.
Das ist keine Einbildung und kein Selbstbild. Es stimmt.
Und trotzdem gibt es Einsätze, die anders sind. Manchmal merkt man es sofort. Manchmal erst Wochen später, wenn man schon dreimal gedacht hat, es sei durch.
Einsatzkräfte tragen ein deutlich erhöhtes Risiko für posttraumatische Belastungsstörungen. Eine Untersuchung unter 402 Berufsfeuerwehrleuten in Rheinland-Pfalz fand bei 18 Prozent das Vollbild einer PTBS und bei weiteren 22 Prozent einzelne posttraumatische Symptome. Eine Erhebung unter 597 österreichischen Einsatzkräften kam auf 14 Prozent bei der Feuerwehr, 12 Prozent bei der Polizei und 7 Prozent im Rettungsdienst. In der deutschen Allgemeinbevölkerung liegt die Häufigkeit bei 2,3 Prozent.
Der Unterschied zwischen 2,3 Prozent und 18 Prozent ist kein Zufall und kein Zeichen von Schwäche. Er ist das Ergebnis von Berufsjahren, in denen man Dinge sieht, die die meisten Menschen nie sehen.
Belastbar zu sein heißt nicht, alles tragen zu müssen. Es heißt nur, dass man es lange kann.
Kennen Sie das?
Ein Einsatz kommt immer wieder
Es ist nicht der schlimmste, den Sie hatten. Aber es ist der, der sich meldet, wenn Sie zur Ruhe kommen. Meistens abends, meistens ohne Anlass.
Sie meiden bestimmte Strecken
Sie fahren einen Umweg und haben sich eine gute Begründung dafür zurechtgelegt. Sie wissen selbst, dass sie nicht stimmt.
Zu Hause erzählen Sie nichts
Nicht, weil Sie nicht wollen. Sondern weil Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, und weil Sie niemandem zumuten wollen, was Sie gesehen haben.
Der Humor trägt nicht mehr
In der Wache wird weiter gelacht, und Sie lachen mit. Nur nimmt es Ihnen nichts mehr ab wie früher.
Sie sind schneller reizbar
Zu Hause, im Straßenverkehr, bei Kleinigkeiten. Die Familie merkt es, bevor Sie es selbst merken, und irgendwann sagt jemand etwas.
Im Dienst funktionieren Sie, danach nicht
Solange der Melder gehen kann, sind Sie voll da. Sobald die Schicht vorbei ist, fällt alles in sich zusammen, und Sie brauchen den ganzen freien Tag, um wieder hochzukommen.
Das alles sind normale Reaktionen auf Dinge, die nicht normal sind. Problematisch wird es erst, wenn sie bleiben.
Warum viele nichts sagen, obwohl es Angebote gibt
Es gibt in den Organisationen gute Strukturen. Einsatznachsorge, Peers, Ansprechpartner, in vielen Bereichen inzwischen auch verpflichtende Nachbesprechungen.
Und trotzdem nehmen viele sie nicht in Anspruch. Das hat einen Grund, der in der Forschung seit Jahrzehnten dokumentiert ist.
Ein zentrales Hindernis bei der Bewältigung von Einsatzbelastungen ist die Sorge vor beruflichen Folgen. Untersuchungen unter Einsatzkräften zeigen wiederholt, dass Betroffene befürchten, das Eingeständnis einer Belastungsreaktion könnte sich auf ihre Verwendung, ihre Beurteilung oder ihre Laufbahn auswirken. Diese Sorge führt dazu, dass Hilfe spät oder gar nicht gesucht wird, obwohl Angebote vorhanden sind.
Ich halte nichts davon, diese Sorge kleinzureden. Sie ist in vielen Fällen berechtigt, und Menschen, die im Dienst stehen, wissen selbst am besten, wie ihre Organisation tickt.
Deshalb gibt es diese Seite. Nicht, weil die internen Angebote schlecht wären. Sondern weil manche Menschen einen Weg brauchen, der an der Dienststelle vorbeigeht.
Wann Sie eine Familientherapie brauchen
Wenn bei einem Familienmitglied eine seelische Erkrankung diagnostiziert ist oder im Raum steht, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Das gilt besonders bei Depressionen, Essstörungen, Suchterkrankungen und nach schweren traumatischen Erfahrungen.
In solchen Fällen sage ich Ihnen das im Erstgespräch und nenne Ihnen, wenn ich kann, eine passende Anlaufstelle.
Was das praktisch bedeutet
Sie kommen als Privatperson. Sie melden sich selbst an, Sie zahlen selbst, und ich stehe in keinem Verhältnis zu Ihrem Dienstherrn. Es gibt keinen Bericht, keine Rückmeldung und keine Beteiligung Ihrer Organisation an dem, was hier besprochen wird.
Was ich nicht anbiete
Ich bin nicht Teil der psychosozialen Notfallversorgung Ihrer Organisation und werde nicht über eine Leitstelle alarmiert. Ich komme nicht zur Einsatzstelle und nicht in die Wache. Ich führe keine dienstliche Einsatznachsorge durch und erstelle keine Gutachten.
Einsatzkräfte, die Unterstützung außerhalb der dienstlichen Strukturen suchen, können sich privat an Beraterinnen und Therapeuten wenden und tragen die Kosten selbst. Handelt es sich dagegen um die Folgen eines anerkannten Dienst- oder Arbeitsunfalls, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Behandlung. Sie läuft dann über das Psychotherapeutenverfahren der DGUV, für das eine Approbation als ärztliche oder psychologische Psychotherapeutin sowie eine zusätzliche traumatherapeutische Qualifikation vorgeschrieben ist.
Falls bei Ihnen ein anerkannter Dienstunfall im Raum steht, ist dieser Weg der richtige, und ich sage Ihnen das auch. Dann geht es nicht um mich, sondern darum, dass Sie eine Behandlung bekommen, die Ihnen zusteht und die jemand anderes bezahlt.
Beides schließt sich nicht aus. Manche Menschen nutzen beides, zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus unterschiedlichen Gründen.
Für Angehörige von Einsatzkräften
Es gibt eine Gruppe, für die es kaum Angebote gibt, obwohl sie viel mittragen. Das sind die Menschen zu Hause.
Sie wissen, wann der Dienst zu Ende ist und wann er es nicht ist. Sie merken an der Art, wie die Tür zugeht, was für eine Schicht es war. Sie fragen irgendwann nicht mehr, weil die Antwort immer dieselbe ist.
Und sie haben ein Problem, über das selten jemand spricht. Sie dürfen sich nicht beschweren. Ihr Partner oder Ihre Partnerin hat gerade Menschen aus einem Auto geschnitten. Da wirkt der eigene Ärger über den verpassten Geburtstag kleinlich.
Wie ich arbeite
Sie müssen nicht erzählen, was Sie gesehen haben. Das ist der Satz, den ich am Anfang am häufigsten sage, und er stimmt.
Ein erstes Gespräch ohne Details
Im Erstgespräch klären wir, worum es geht und ob ich die Richtige bin. Sie müssen dafür keinen Einsatz schildern. Es reicht, wenn Sie sagen, was sich verändert hat.
Wir schauen, was heute noch nachwirkt
Nicht alles, was belastend war, wirkt heute noch. Wir suchen gezielt das heraus, was sich in Ihrem Alltag bemerkbar macht, und lassen den Rest da, wo er ist.
Wir arbeiten daran, ohne alles noch einmal zu durchleben
Bei Verfahren wie EMDR ist es nicht nötig, eine Erinnerung im Detail zu erzählen. Das ist für viele Einsatzkräfte der entscheidende Punkt, weil die Sorge vor dem Wiedererleben oft größer ist als die Belastung selbst.
Sie behalten die Kontrolle
Sie bestimmen das Tempo und Sie bestimmen, was Thema wird. Wenn Sie an einem Tag nicht weitergehen wollen, gehen wir nicht weiter. Das ist keine Höflichkeitsfloskel, sondern eine fachliche Notwendigkeit.
Beratung in meiner Praxis in Berumbur
Meine Praxis liegt in Berumbur, mitten zwischen Norden, Aurich und Wittmund. Sie liegt nicht an einer Hauptstraße und es steht kein Praxisschild an der Straße. Für manche Menschen ist das ein Grund, überhaupt zu kommen.
Termine sind auch außerhalb der üblichen Bürozeiten möglich, weil Schichtdienst sich nicht nach Sprechstunden richtet. Wenn Ihnen die räumliche Nähe zu Ihrem Dienstbereich unangenehm ist, arbeite ich auch online.
Ich begleite Menschen aus Berumbur, Norden, Norddeich, Aurich, Wittmund, Dornum, Hage, Großheide und der weiteren Umgebung. Online arbeite ich bundesweit.
Viele meiner Klientinnen wussten lange, was sie belastet. Sie wussten nur nicht, wie sie loskommen. Das ist der Punkt, an dem ich anfange.
Häufige Fragen
Erfährt mein Dienstherr davon?
Ich stehe in keinem Verhältnis zu Ihrer Organisation. Sie melden sich selbst an, Sie zahlen selbst, und ich erstelle keine Berichte und keine Gutachten für Dritte. Wenn Sie aus eigenem Interesse etwas bescheinigt haben möchten, sprechen Sie mich vorher darauf an.
Muss ich erzählen, was passiert ist?
Zahlt die Unfallkasse oder die Berufsgenossenschaft?
Nicht bei mir. Wenn es um die Folgen eines anerkannten Dienst- oder Arbeitsunfalls geht, übernimmt die gesetzliche Unfallversicherung die Behandlung, aber über das Psychotherapeutenverfahren der DGUV. Dafür ist eine Approbation vorgeschrieben, die ich als Heilpraktikerin für Psychotherapie nicht habe. Wenn dieser Weg für Sie infrage kommt, sage ich Ihnen das.
Sind Sie Teil der Einsatznachsorge oder der PSNV?
Ich bin nicht sicher, ob das bei mir überhaupt schlimm genug ist.
Diesen Satz höre ich oft. Es gibt keine Schwelle, die überschritten sein muss. Wenn Sie sich diese Frage stellen, ist das meistens Grund genug für ein Erstgespräch. Und wenn ich den Eindruck habe, dass Sie woanders besser aufgehoben sind, sage ich Ihnen das.
Wie viele Termine brauche ich?
Wenn ein einzelnes Ereignis nachwirkt, sind es oft weniger, als die meisten erwarten. Geht es um die Summe aus vielen Dienstjahren, brauchen wir länger. Ich sage Ihnen nach dem Erstgespräch ehrlich, womit Sie rechnen können.
Was kostet das?
Arbeiten Sie auch mit Angehörigen?
Ja, allein oder gemeinsam mit der Einsatzkraft. Häufig kommt zuerst der Partner oder die Partnerin. Das ist ein völlig normaler Weg und kein Umweg.
Ich bin noch im aktiven Dienst. Geht das trotzdem?
Ja. Die meisten Menschen, die deswegen zu mir kommen, sind im aktiven Dienst. Termine außerhalb der üblichen Bürozeiten sind möglich, weil Schichtdienst sich nicht nach Sprechstunden richtet.
Arbeiten Sie auch online?
Ja, und bei diesem Thema wird das oft ausdrücklich gewünscht. Online arbeite ich bundesweit. Wichtig ist nur, dass Sie für die Dauer der Sitzung ungestört sind.
Lassen Sie uns ins
Gespräch kommen
Ich arbeite bevorzugt online. Das hat Gründe, die vor allem für Sie sprechen: keine Anreise, keine Wartezeit, und Sie sitzen währenddessen in einem Raum, in dem Sie sich ohnehin sicher fühlen.
Gerade bei Themen, über die man nicht leicht spricht, ist das oft der leichtere Einstieg. Viele Menschen erzählen zu Hause Dinge, die sie in einem fremden Raum erst nach Wochen ansprechen würden.
Meine Praxis befindet sich in Ostfriesland, in Berumbur zwischen Norden, Aurich und Wittmund.
* Pflichtfelder