Praxis für Psychotherapie · Zwischen Norden, Aurich & Wittmund

Familienberatung in Ostfriesland

Sie lieben einander. Und trotzdem geht es seit Monaten nur noch um dieselben erdrückenden Themen. Eines Tages weiß niemand mehr, womit es angefangen hat. Es gibt nur noch Seiten, auf denen man steht. In der Familienberatung arbeite ich  mit Familien daran, dass wieder ein Gespräch möglich wird, in dem jeder gehört wird und sich verstanden fühlt.

Wann eine Familienberatung hilft

Die meisten Familien kommen nicht, weil etwas Dramatisches passiert ist. Sie kommen, weil sich etwas festgefahren hat. Jeder weiß, wie das Gespräch ausgeht, bevor es angefangen hat. Jeder kennt die Sätze des anderen auswendig. Und weil jeder weiß, wie es endet, fängt bald niemand mehr an.

Das ist der Punkt, an dem jemand von außen etwas verändern kann. Nicht, weil ich die Familie besser kenne als Sie. Sondern weil ich nicht Teil des Musters bin.

Familienberatung ist eine Begleitung, bei der mehrere Mitglieder einer Familie gemeinsam an einem festgefahrenen Muster arbeiten. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage, wer sich falsch verhält, sondern wie die Beteiligten miteinander umgehen und wie sich dieser Umgang verändern lässt. Beraten wird das Miteinander, nicht eine einzelne Person.

Dieser letzte Satz ist wichtiger, als er klingt. Viele Familien kommen mit der Vorstellung, dass ein Familienmitglied das Problem ist und repariert werden muss. Meistens das Kind.

So arbeite ich nicht. Nicht aus Höflichkeit, sondern weil es nicht funktioniert.

Familienberatung ist in Deutschland weit verbreitet. Im Jahr 2023 nahmen nach der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik 500.422 junge Menschen eine Erziehungsberatung nach Paragraf 28 SGB VIII in Anspruch. Das Durchschnittsalter bei Beratungsbeginn lag bei 9,5 Jahren, gut ein Drittel der Familien waren Alleinerziehende.

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In einer Familie hat niemand allein Recht. Und niemand ist allein schuld.

Kennen Sie das?

In einer Familie hat niemand allein Recht. Und niemand ist allein schuld.

Jedes Gespräch endet im Streit

Es fängt beim Abendessen an und hat innerhalb von zwei Minuten nichts mehr mit dem Abendessen zu tun. Danach ist es still, und keiner weiß, wie man da wieder rauskommt.

Ihr Kind zieht sich zurück

Die Tür bleibt zu. Auf Fragen kommt ein Wort zurück. Sie wissen nicht, ob das normal ist oder ob etwas passiert ist.

Sie sind sich als Eltern nicht einig

Einer ist streng, einer lässt durchgehen. Inzwischen streiten Sie mehr übereinander als miteinander, und die Kinder haben längst gemerkt, an wen man sich wenden muss.

Nach der Trennung geht es um alles außer die Kinder

Jedes Gespräch über Termine wird zu einem Gespräch über früher. Sie merken, dass die Kinder dazwischenstehen, und trotzdem passiert es wieder.

In der Patchworkfamilie findet jeder seinen Platz, nur Sie nicht

Sie sind da, Sie machen viel, und trotzdem ist unklar, was Sie eigentlich sein dürfen. Vater, Freund, Mitbewohner.

Ein Thema wird nicht ausgesprochen

Alle wissen, worum es geht. Niemand fängt an. Stattdessen streitet man über Kleinigkeiten, die nichts damit zu tun haben.

Es muss nicht die ganze Familie kommen, damit sich etwas ändert. Oft reicht es, wenn eine Person anfängt, etwas anders zu machen.

Familienberatung oder Familientherapie?

Die beiden Begriffe werden im Alltag oft gleich verwendet. Fachlich und rechtlich sind sie es nicht, und für Sie kann der Unterschied wichtig sein.

Familienberatung und Familientherapie unterscheiden sich vor allem in Ziel und rechtlichem Rahmen. Familienberatung setzt an einer konkreten Situation an und arbeitet an Kommunikation, Rollen und Absprachen innerhalb der Familie. Familientherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung seelischer Erkrankungen und wird von approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten durchgeführt. Systemische Therapie ist seit 2020 ein Richtlinienverfahren der gesetzlichen Krankenkassen.

Ich biete Familienberatung an. Ich führe keine Familientherapie durch und rechne nichts mit der Krankenkasse ab.

Das ist keine Einschränkung, die ich verstecke. Es ist eine Information, die Sie brauchen, um zu entscheiden, ob Sie bei mir richtig sind.

Wann Sie eine Familientherapie brauchen

Wenn bei einem Familienmitglied eine seelische Erkrankung diagnostiziert ist oder im Raum steht, gehört das in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. Das gilt besonders bei Depressionen, Essstörungen, Suchterkrankungen und nach schweren traumatischen Erfahrungen.

In solchen Fällen sage ich Ihnen das im Erstgespräch und nenne Ihnen, wenn ich kann, eine passende Anlaufstelle.

Bei mir sind Sie richtig, wenn

Sie keine Wartezeit von mehreren Wochen überbrücken können. Wenn Sie Termine außerhalb der üblichen Bürozeiten brauchen. Wenn Sie durchgehend mit derselben Person arbeiten möchten. Oder wenn es weniger um Erziehung geht als um das, was zwischen den Erwachsenen ungeklärt ist und sich auf die Kinder auswirkt.

Das Robert Koch-Institut empfiehlt, Ein- und Durchschlafprobleme ärztlich abklären zu lassen, wenn sie über längere Zeit bestehen bleiben und Leistungsfähigkeit und Lebensqualität im Alltag deutlich beeinträchtigen. Körperliche Ursachen wie Schlafapnoe oder das Restless-Legs-Syndrom lassen sich gezielt behandeln und sollten vor einer psychotherapeutischen Begleitung ausgeschlossen werden.

Wenn Eltern sich trennen

Eine Trennung ist für Kinder selten das eigentliche Problem. Zum Problem wird meistens das, was danach zwischen den Eltern passiert.

Trennungen betreffen in Deutschland jedes Jahr eine große Zahl von Kindern. Im Jahr 2024 wurden rund 129.300 Ehen geschieden, davon hatte gut die Hälfte der Paare minderjährige Kinder. Insgesamt waren rund 111.000 minderjährige Kinder von der Scheidung ihrer Eltern betroffen. Die durchschnittliche Ehedauer lag bei 14 Jahren und 8 Monaten. Nicht enthalten sind Trennungen unverheirateter Paare.

Die letzte Zeile ist wichtig. In dieser Zahl fehlen alle Familien, die nicht verheiratet waren. Die tatsächliche Zahl liegt also deutlich höher.

Was Kindern nach einer Trennung hilft

Kinder kommen mit einer Trennung meistens zurecht, wenn zwei Dinge stimmen. Sie müssen sich nicht entscheiden, auf wessen Seite sie stehen. Und sie müssen nicht Botschaften zwischen den Eltern übermitteln.

Genau das ist im Alltag schwer. Nicht, weil Eltern es nicht besser wüssten, sondern weil zwischen ihnen noch zu viel offen ist. Ein Satz über die Abholzeiten trifft dann etwas ganz anderes.

In der Beratung arbeiten wir daran, dass die Elternebene wieder funktioniert, auch wenn die Paarebene zu Ende ist. Das sind zwei verschiedene Dinge, und sie lassen sich trennen.

So arbeite ich

Wie ich mit Familien arbeite

Ich suche nicht nach dem Schuldigen. Ich schaue mir an, wie Sie miteinander umgehen, und wo dieser Kreislauf unterbrochen werden kann.

1

Ein erstes Gespräch, oft mit den Eltern allein

Beim ersten Termin müssen nicht alle dabei sein. Häufig ist es sogar sinnvoll, dass die Erwachsenen zuerst kommen. Wir klären, worum es geht und wer beim nächsten Mal dazukommen sollte.

2

Jeder kommt zu Wort, ohne unterbrochen zu werden

Das klingt banal und ist in festgefahrenen Familien das Schwerste überhaupt. Ich achte darauf, dass es eingehalten wird. Für viele Familien ist das nach Monaten das erste vollständige Gespräch.

3

Wir schauen auf das Muster, nicht auf die Person

Wer reagiert wie auf wen? Was passiert direkt davor? Wenn dieser Ablauf einmal sichtbar ist, verändert sich oft schon etwas, bevor wir überhaupt an einer Lösung arbeiten.

4

Konkrete Absprachen für den Alltag

Am Ende jeder Sitzung steht etwas Konkretes. Eine Absprache, ein Versuch für die nächste Woche. Klein genug, dass es auch an einem schlechten Tag funktioniert.

Familienberatung in meiner Praxis in Berumbur

Meine Praxis liegt in Berumbur, mitten zwischen Norden, Aurich und Wittmund. Für Familiengespräche plane ich mehr Zeit ein als für Einzeltermine, meistens 90 Minuten. Bei mehreren Personen im Raum braucht es diese Zeit, sonst kommt nicht jeder zu Wort.

Termine am späten Nachmittag oder frühen Abend sind möglich, damit Schule und Arbeit nicht im Weg stehen. Einzelgespräche führe ich auch online. Bei Familiengesprächen empfehle ich den Termin vor Ort, weil im Raum mehr sichtbar wird als auf dem Bildschirm.

Ich begleite Familien aus Berumbur, Norden, Norddeich, Aurich, Wittmund, Dornum, Hage, Großheide und der weiteren Umgebung.

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Viele meiner Klientinnen wussten lange, was sie belastet. Sie wussten nur nicht, wie sie loskommen. Das ist der Punkt, an dem ich anfange.

Oft gestellte Fragen in der Familienberatung

Wenn Ihre Frage hier nicht dabei ist, schreiben Sie mir einfach. Ich antworte Ihnen persönlich.

Was ist der Unterschied zwischen Familienberatung und Familientherapie?

Familienberatung setzt an einer konkreten Situation an und arbeitet an Kommunikation, Rollen und Absprachen. Familientherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren zur Behandlung seelischer Erkrankungen und wird von approbierten Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten durchgeführt. Ich biete Familienberatung an. Eine Familientherapie führe ich nicht durch.

Nein. Oft ist es sogar sinnvoll, dass zuerst die Eltern allein kommen. Und es reicht häufig, wenn eine Person anfängt, etwas anders zu machen. Wer in einer Familie sein Verhalten verändert, verändert immer auch das Gefüge.

Ja. Das ist eine der häufigsten Situationen, mit denen Familien zu mir kommen. Wir arbeiten dann mit dem, der da ist. Manchmal kommt der andere später dazu, wenn er merkt, dass es nicht darum geht, ihm etwas vorzuwerfen.

Nein. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen keine Leistungen von Heilpraktikern für Psychotherapie. Manche privaten Zusatzversicherungen beteiligen sich, das klären Sie am besten vorher mit Ihrer Versicherung.

Ein Familiengespräch dauert in der Regel 90 Minuten. Wie viele Termine nötig sind, hängt davon ab, wie festgefahren die Situation ist. Viele Familien kommen mit fünf bis zehn Terminen aus. Ich sage Ihnen nach dem ersten Gespräch, womit Sie rechnen können.

Ich arbeite als private Praxis und gebe von mir aus keine Informationen weiter. Wenn Sie bereits Kontakt zum Jugendamt haben und dort etwas nachweisen möchten, sprechen Sie mich bitte vorher darauf an. Dann klären wir gemeinsam, was sinnvoll und möglich ist.

Ja, im Rahmen der Familienberatung. Ob ein Kind oder ein Jugendlicher zusätzlich eigene Termine bekommt, entscheiden wir gemeinsam mit den Eltern und mit dem jungen Menschen selbst. Niemand wird zu einem Gespräch geschickt, das er nicht will.

Ja, und das ist eines der häufigsten Themen. In Patchworkfamilien sind Rollen und Zuständigkeiten selten von Anfang an geklärt. Vieles davon lässt sich besprechen, sobald es einmal ausgesprochen ist.

Ja. Das ist sogar eine der wirksamsten Formen. Es geht dabei nicht darum, die Beziehung zu retten, sondern darum, dass die Elternebene wieder funktioniert. Beides lässt sich trennen, auch wenn es sich am Anfang nicht so anfühlt.

Kontakt

Lassen Sie uns ins
Gespräch kommen

Ich arbeite bevorzugt online. Das hat Gründe, die vor allem für Sie sprechen: keine Anreise, keine Wartezeit, und Sie sitzen währenddessen in einem Raum, in dem Sie sich ohnehin sicher fühlen.

Gerade bei Themen, über die man nicht leicht spricht, ist das oft der leichtere Einstieg. Viele Menschen erzählen zu Hause Dinge, die sie in einem fremden Raum erst nach Wochen ansprechen würden.

Meine Praxis befindet sich in Ostfriesland, in Berumbur zwischen Norden, Aurich und Wittmund.

Praxis Standort Berumbur, Ostfriesland, Niedersachsen
E-Mail info@kirsten-stindt.de
Antwortzeit Innerhalb von 24–48 Stunden
Die Hinweise zum Datenschutz habe ich zur Kenntnis genommen.

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